16.03.2020

LogiMAT 2020 abgesagt - Zahlen, Daten, Fakten zur Intralogistik

LogiMAT 2020 abgesagt - Zahlen, Daten, Fakten zur Intralogistik

Die Absage der LogiMAT 2020 trifft viele Unternehmen hart, denn die Messe spielt für den Wirtschaftsbereich Intralogistik eine wichtige Rolle. Die deutsche Branche für Fördertechnik und Intralogistik beschäftigt 128.000 Personen und setzt jährlich etwa 22 Milliarden um. Weitere wissenswerte Zahlen, Daten und Fakten zum Wirtschaftsbereich Intralogistik haben wir Ihnen in diesem Artikel aufbereitet.

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Corona-Virus in Baden-Württemberg wurde die Intralogistik-Messe LogiMAT 2020 in Stuttgart abgesagt. Über 1.650 Aussteller aus aller Welt hätten in Stuttgart die jüngsten Innovationen für eine intelligente Steuerung moderner Prozesse in der Intralogistik präsentiert.

Logo der Intralogistik-Messe LogiMAT, die 2020 abgesagt wurde (Quelle: Wikipedia)

Intralogistik als Schlüsselbranche

Organisation, Steuerung, Durchführung und Optimierung des innerbetrieblichen Waren- und Materialflusses werden als Intralogistik bezeichnet. Die Intralogistikbranche umfasst Hersteller von Förder- und Lagertechnik sowie Softwareanbieter und komplette Systemanbieter.

Die deutsche Branche für Fördertechnik und Intralogistik beschäftigt 128.000 Personen, zwei Drittel der rund 22 Milliarden Euro Umsatz gehen in den Export, vor allem nach Frankreich, in die Niederlande und in die USA.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz sowie der nach wie vor stark wachsende E-Commerce sind die Treiber für Innovationen im Bereich Fördertechnik.

Automatisierung der Intralogistik

Die Coronavirus-Epidemie in China hat gezeigt, wie schnell die Produktion ausfallen kann, wenn eine hohe Zahl von Mitarbeitern krank ist oder sich in Quarantäne befindet. Die Anschaffungs- und Betriebskosten eines Roboters hingegen sinken, die Zinsen sind derzeit niedrig und deshalb wird prognostiziert, dass die Automatisierungstechnik von der Coronavirus-Epidemie profitieren wird.

Mehr als jeder vierte 2018 verkaufte Roboter zählte zur Kategorie Logistiksysteme. Gerade in der Fördertechnik findet man zahlreiche neue Technologien zur automatischen Kommissionierung und zum automatischen Transport:

Zur automatischen Kommissionierung kann man entweder Kommissionierroboter oder Kommissionierautomaten einsetzen.

  • Ein Kommissionierautomat ist eine Spezialmaschine zur Hochleistungsvereinzelung von kleinen quaderförmigen Produkten.

  • Ein Kommissionierroboter arbeitet hingegen autonom in einem bestehenden Lager und erkennt die zu ergreifende Ware durch optische Erkennung.

Künstliche Intelligenz

Die rasante Entwicklung von Robotertechnik und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet viel Potential zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung. Was KI im Lager bedeutet, welche Lagerprozesse sich mittels KI optimieren lassen, was Technologien heute bereits leisten und welche Erfahrungen der Logistikdienstleister LOXXESS AG, der zu den drei Finalisten des Deutschen Logistik-Preises 2019 zählt, im Praxiseinsatz gemacht hat, erfahren Sie in diesem Webinar, das für den 18. März 2020 geplant ist.

Nachhaltigkeit in der Intralogistik

Nachhaltige Intralogistik versucht, den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen zu senken. Neue Lithium-Ionen-Batterien versprechen eine längere Produktlebensdauer mit geringerem Raumbedarf und Zeitaufwand für den Batteriewechsel. Neue Gabelstapler mit Verbrennungsmotor entsprechen der Euro-5-Norm.

Eine Technologie ist dann besonders nachhaltig, wenn sie keinerlei Energiezufuhr von außen benötigt. Beispielsweise ein intelligenter Transportbehälter, dessen Batterie allein durch Lichteinstrahlung, Temperaturschwankungen und Vibrationen wieder aufgeladen wird.

Digitalisierung der Intralogistik

Wenn Geschäftsreisen aufgrund von Reisebeschränkungen nicht mehr möglich sind, dann wird der schnelle weltweite Remote-Zugriff auf alle Informationen immer wichtiger. Eine Visualisierung im Lagerleitstand hilft Mitarbeitern und Führungskräften, den Überblick zu bewahren. Ein Kamerabasiertes Assistenzsystem verwendet den Barcode, um eine präzise Arbeitsanweisung für neue oder ungelernte Mitarbeiter zu erstellen.

Telematik-, Transportmanagement- und Warehouse Management Systemen gehören zu den Software-Lösungen, die auf der Intralogistik-Messe LogiMAT präsentiert worden wären.

„Jedoch zögern viele Unternehmen bei der konkreten Umsetzung der digitalen Transformation, das belegen eine Vielzahl aktueller Untersuchungen. Viele Entscheider sind sich bei den Technologieentwicklungen noch nicht im Klaren darüber, wohin die Reise geht. Sie haben hohen Informationsbedarf und halten sich mit ihren Investitionen bei den Lösungsangeboten entsprechend zurück“, urteilt LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Veranstalter EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH.

Technologieradar als Messe-Ersatz

Der Technologieradar könnte kurzfristig ein Ersatz für die abgesagte Intralogistik-Messe LogiMAT 2020 in Stuttgart sein. Die BVL.digital gmbH, LOGISTIK HEUTE und LOGISTRA bieten ein gemeinsames Informationsportal für die Intralogistik an. 37 neue Technologien - Hardware und Software - werden dort vorgestellt. Erfahrene Experten vom BVL-Themenkreis „Digitales Lager“ bewerten Chancen und Risiken der neuen Technologien hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien. Durch die Verknüpfung zu den Herstellern dieser innovativen Technologien wird das Portal zur virtuellen Messe für innovative Lagerlogistik und bietet Logistikverantwortlichen somit eine Orientierung bei Investitionsentscheidungen.

Von Freimut Kahrs

veröffentlich vonBVL.digital

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